Es kann losgehen – die Schultüten und die Ranzen sind gefüllt. Karin John-Schünemann würde eine Geolino-Machbuch in die Schultüte packen. Fotos: aia

Sie ist keine neumodische Erscheinung, sondern eine alte Tradition: Schon vor 200 Jahren bekamen ABC-Schützen eine „Zuckertüte“ zu ihrem ersten Schultag. Vor allem im Osten Deutschlands war dieser Brauch verbreitet, nachweislich zum Beispiel 1817 in Jena oder 1820 in Leipzig. Überreicht wurden sie süßen Tüten meist von den Paten. Wann und wo genau die Anfänge liegen, weiß man zwar nicht – aber heute wie damals ging es darum, Kindern den ersten Schultag zu versüßen.

Die klassische Schultüte ist bis zum Rand mit Süßigkeiten und anderen Leckereien vollgestopft und den Kindern soll durchaus auch etwas zum Schlecken vergönnt sein. Wir haben dennoch ein paar andere Ideen, etwas langlebiger als Süßigkeiten, zum Füllen der Schultüte gesammelt.

Rainer Schünemann von Karin’s Presseecke schlägt ein kleines Ding vor, das bei Kindern derzeit der ganz große Renner ist: einen „Fidget Spinner“, einen kleinen Propeller mit Kugellager, den man zwischen Daumen und Zeigefinger nimmt und rotieren lässt. Das beruhigt und baut Stress ab, sagen die Fans des In-Spielzeugs.

Stress abbauen kann man aber auch mit ganz klassischem Knet: Er beschäftigt die Finger und beruhigt die Nerven. Ein Päckchen davon passt auf jeden Fall in die Schultüte.
Ebenso wichtig wie das Lernen im Unterricht ist spielerisches Entdecken nebenbei. Karin John-Schünemann empfiehlt das Geolino-Machbuch „Rätsel“ voller Knobeleien, Rätsel, Suchbilder und Zahlenreihen. Aber auch andere Geolino-Machbücher mit Bastelideen, Rezepten und mehr machen Freude. Und für alle, die noch keine Schultüte haben, gibt es in Karin’s Presseecke noch einige hübsche Modelle.

„Das alberne ABC-Plakat“ von Klett Kinderbuch kann Erstklässlern das Lesenlernen versüßen, glaubt Nina Schweikert von der Ostend-Buchhandlung. Aber auch Schlaumeier-Bleistifte für grade mal einen Euro sind ein lustiges Utensil für die Schultüte: Mit dem kleinen oder großen 1x1, mit Deutsch-Grammatik-Hilfen oder englischen Vokabeln. Ein Freundebuch ist nicht nur ein tolles Erinnerungsstück für später, sondern hilft auch, Kontakte zu knüpfen.

Eine ganze Reihe von preiswerten Büchern begleiten Erstklässler mit Geschichten zum Schulanfang. Nina Schweikert nennt als Beispiele „Der Ernst des Lebens“ von Thienemann, „Wilma Wackelzahn“ vom Carlsen Verlag, „Nele kommt in die Schule“ von CBJ, „Die wilden Schulzwerge“ von Klett Kinderbuch oder „Fünf Gramm Glück, die Lebensgeschichte einer Brotdose, erzählt von ihr selbst“.

Damit der Schulanfang nicht nur für die Kinder, sondern auch für Eltern stressfrei verläuft, raten die Fachhändler, sich möglichst frühzeitig mit den erforderlichen Dingen einzudecken. Man kann auch mit einer Liste ins Geschäft kommen und diese abarbeiten lassen. Als weiteren Service bietet Karin’s Presseecke sogar das Einbinden von Schulbüchern an.