Drehorgeltreffen und Ausstellung werden vorbereitet

Ob am Brandenburger Tor in Berlin, auf der Stuttgarter Königstraße oder beim dörflichen Weihnachtsmarkt: Drehorgeln verbreiten eine ganz besondere Stimmung und ziehen
die Zuhörer in ihren Bann. Dieses Instrument, das so gemütlich vor sich hin orgelt, scheint aus der Zeit gefallen zu sein – wahrscheinlich klang es vor 200 Jahren ganz ähnlich
wie heute. Schon damals wurde es von Straßenmusikern gespielt, die oft ein Äffchen dabei hatte, das sogar Münzen vom Publikum einsammelte.

Aber auch als Kirchen- und Saloninstrument war die Drehorgel als kleine Schwester der Kirchenorgel vor allem in Frankreich und England üblich. Drehorgelspieler, auch Leierkastenmann oder (in Österreich) Werkelmann beziehungsweise -frau genannt, spie len einzeln, kommen jedoch auch immer wieder zu Treffen und Drehorgelfesten zusammen. In Stuttgart war das allerdings noch nie der Fall. Das soll sich ändern: Am Samstag, 6. Oktober wird Gab lenberg zum Ort des ersten Drehorgeltreffens in der Stadt. Um die 20 Leierkastenmänner und -frauen reisen dann an und lassen gemeinsam die Orgeln tönen.

Dieses große Treffen macht gleichzeitig auf die Ausstellung aufmerksam, die im Herbst im MUSE-O beginnt: Mechanische Musikinstrumente ist ihr Thema. Kurator Ulrich Gohl ist bereits auf der Suche nach Ausstellungs stücken, die in diesem Fall nicht ganz einfach zu finden sind, denn mechanische Musikinstrumente gehören heute nicht zu den häufig genutzten Alltagsdingen. Es geht um Musik automaten oder selbstspielende Instrumente, bei denen eine Mechanik – mal Lochband, mal Messingwalze oder ähnliches – die Finger oder auch Füße des oder der Musizierenden ersetzt. Dazu gehören Drehorgeln oder kleinere mechanische Instrumente wie Spieldosen und Spieluhren; in der Vergangenheit wurden noch weitere zahlreiche musizierende Wunderwerke erfunden, bis hin zum selbstspielenden Klavier. Alle, die ein solches Objekt besitzen und zur Verfügung stellen möchten, bittet der Kurator von MUSE-O sich zu melden, am besten per E-Mail
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Sinnvoll wäre, gleich eine kurze Beschreibung und idealerweise auch ein Foto des Objektes beizufügen. Wenn es für die geplante Ausstellung infrage kommt, melden sich die Ausstellungs macher umgehend.