Mauersegler haben einige Nistboxen bezogen

Willkommen zurück in Gablenberg: Die Mauersegler sind wieder da! Im Alten Schulhaus, unterm Dach von MUSE-O, waren um den 20. Mai sieben oder acht Boxen belegt. Gemessen an der Gesamtzahl von 18 Boxen ist das allerdings nicht all zuviel. Rolf Kayser, der sich um die Vögel kümmert, hat beobachtet, dass bestimmte Boxen unbeliebter sind als die anderen, nämlich die in der Mitte mit einem geraden Zugang von außen. Dort scheinen sich die Vögel unsicherer zu fühlen als in den Boxen, wo der Zugang um die Ecke führt und etwas schwieriger ist. Kayser möchte deshalb in einigen Zugängen Sichthindernisse einbauen, damit sich die Mauersegler sicherer fühlen. „Die können ganz gut klettern“, sagt er, sie kämen also immer noch in ihr „Wohnzimmer“. Ob das dieses Jahr noch etwas ändert, ist allerdings fraglich, denn die Brutpaare haben bereits Nachwuchs. Allerdings kommen auch später, bis Mitte Juni, noch einige der Flugkünstler an, die dann eine Box belegen, ohne selbst Junge aufzuziehen. Denn bei Mauerseglern gibt es eine „Reservepopulation“, also Vögel, die im jeweiligen Jahr keinen Nachwuchs haben, aber bei extrem schlechten Wetterbedingungen nach Südeuropa oder Nordafrika ausweichen, erklärt Kayser. So gibt es auf jeden Fall Überlebende. Auch die Jungvögel brüten in der Regel erst in ihrem dritten Lebensjahr oder noch später.

Insgesamt scheint die Zahl der Mauersegler in diesem Jahr deutlich geringer als zuvor zu sein. „Wir hören von überall in Deutschland, dass es einen zum Teil dramatischen Rückgang des Bestandes gibt“, berichtet Eva Brendel von der Mauerseglerklinik in Frankfurt, in der in vergangenen Jahren auch schon Patienten aus Gablenberg behandelt wurden. Sie hat uns auch die Fotos zu diesem Artikel zur Verfügung gestellt. Umso willkommener ist jeder einzelne Vogel, der im Stuttgarter Osten ankommt, natürlich auch in Privathäusern. So sind bei Rolf Kayser acht von elf Boxen belegt (im Vorjahr waren es zehn). Und der HGV-Vorsitzende Peter Metzler freut sich, mit acht Paaren quasi „ausgebucht“ zu sein. Alle hoffen, dass das Wetter mitspielt und dass es den Vögeln gelingt, ihren Nachwuchs großzuziehen – angesichts des Rückgangs von Insekten wird das immer schwieriger.

„Mauerseglerkino“: Ab Mitte Juni gibt es dann auch wieder Beobachtungstermine, an denen man zusammen mit Rolf Kayser in die Nistboxen blicken kann. Denn dort sind Kameras angebracht, aus denen Bewegtbilder auf eine Leinwand übertragen werden. Wer dabei sein möchte, kommt einfach mittwochs ab 19 Uhr unters Dach von MUSE-O. Der erste Beobachtungstermin ist der 20. Juni.