Bürger diskutieren über den Schmalzmarkt

Vier Arbeitsgruppen diskutierten im Bürger- und Servicezentrum über die Umgestaltung des Schmalzmarktes. Sie sollten vier verschiedene Perspektiven widerspiegeln: die von Kindern und Jugendlichen, von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Verkehrsteilnehmern. Dabei tauchten Themen wie die Sicherheit, die Verkehrsführung oder Wasser auf dem Platz in mehreren Gruppen auf.

Eingeladen hatten die Soziale Stadt Gablenberg und das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung. Der Architekt des Siegerentwurfs war nicht dabei, weil man zunächst eine Diskussion unter Bürgern wolle, sagte Martin Holch von der Stadt. Einige Grundzüge des von der Jury ausgewählten Entwurfes stehen allerdings fest: Neben dem Lichtkonzept, das allgemein für gut befunden wurde, ist das der Charakter des Platzes als „einheitliche Fläche“ unter Einbezug der Straße. Ebenso ist festgeschrieben, dass „trennende Elemente“ wie Mauer, Brunnen und Bachlauf entfernt werden sollen. Gerade diese beiden Punkte sind aber umstritten. Wenn sie feststünden, sagte ein Bürger, könne man die Bürgerbeteiligung gleich einstampfen.

In der Gruppe Kinder und Jugendliche spielte naturgemäß die Sicherheit eine große Rolle. Wenn keine Mauer, dann etwas „Gleichwertiges“, wurde hier betont: „Der Schmalzmarkt muss begrenzt sein, weil die Kinder da spielen wollen und sollen!“ Die Gestaltung müsse unbedingt „entschleunigend“ auf den Verkehr wirken. Wasser als wichtiges Element müsse erhalten bleiben; zum Spielen sei es nur geeignet, wenn die Kinder „reingehen können“. Trennende Elemente, wie eine „mobile Hecke“ wurden ebenfalls angesprochen, damit nicht der Fußball in der Pizza der Vivaldi-Gäste landet.

Dieselben Punkte kamen auch bei der Gruppe Gewerbetreibende zur Sprache. Zudem forderte sie, die Busbuchten zu erhalten, um zusätzlichen Rückstau in der Gablenberger Hauptstraße zu vermeiden. Unter dem Schmalzmarkt könnte eine Tiefgarage installiert werden, dort könnte man auch gleich die jetzt störenden Mülleimer unterbringen. Ein Kiosk sei dagegen überflüssig, zumal es rundum genügend Restaurants und Imbisse gebe. Außerdem schaffe man damit eine neue Müll-Quelle.

Den Verkehr in den Griff zu bekommen, erfordere übergreifende Lösungen, hieß es nicht nur in der Gruppe Verkehrsteilnehmer: eine Um ge hungsstraße, ob nun die „Filderauffahrt“ oder eine andere Ost-Umgehung, sei dafür Voraussetzung. Beim Belag wurde befürchtete, dass Pflaster für einen höheren Geräuschpegel sorgen könnte. Es werde aber „definitiv kein Kopfsteinpflaster“ verwendet, versicherte Martina de la Rosa von der Stadt.

Einig war man sich, dass der Platz weiterhin für den Markt und Veranstaltungen genutzt werden soll, dass er weiter belebt und noch behaglicher werden soll. Ein Fazit aus der Gruppe „Bewohner“ hieß: Man wolle keine typische Großstadtarchitektur, keinen durchgestylten Platz, sondern einen, der zum dörflichen Cha rakter von Gablenberg passe.