Was den Stadtteil vor knapp 40 Jahren umtrieb

Bevor es „Ihr Stadtteil aktuell“ gab, legte der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Gablenberg den „Einkaufstreff“ als monatlich erscheinendes Magazin auf. Der HGV Stuttgart- Ost publizierte dagegen das „Magazin“. Im Jahr 2005 haben sich beide mit „Ihr Stadtteil aktuell“ zusammengetan. Wer in den Archiven stöbert, staunt: darüber, wie sich bestimmte kommunalpolitische Themen über die Jahrzehnte durchziehen – aber auch über die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten, die der Stadtbezirk vor knapp 40 Jahren aufwies.

November 1979: Der erste „Einkaufstreff“ erscheint, herausgegeben von der Fachgruppe Werbung des Handels- und Gewerbevereins Gablenberg. Der HGV lädt die Bürger zu einem Infoabend auf der Waldebene Ost ein: Der Verein möchte sich vorstellen, auch kommunalpolitische Themen sollen diskutiert werden. Außerdem finden sich in dieser Ausgabe Geschichten und Gedichte aus Gablenberg, Sportergebnisse, ein Zwiebelkuchenrezept und viele An zeigen. Darunter sind vier Modegeschäfte allein in der Gablenberger Hauptstraße, von der „Jeans Box“ bis zum Herrenausstatter, ein weiteres in der Wunnensteinstraße. Auch ein Spielwarengeschäft, Textilwaren, eine Tankstelle, ein Radsporthaus und ein Radiofachgeschäft sind vertreten. Schreibwaren, Optiker, Apotheken und Metzgerei gibt es auch damals ebenfalls. Als Konstanten finden sich einige Geschäfte, die heute noch bestehen und regelmäßig annoncieren: Schuh Schäfer, Schuhmacher Schlosser, die Gärtnerei Krämer, Metzler Schönes Wohnen und das Bettengeschäft Wegst.

Dezember 1979: In seiner zweiten Ausgabe kündigt der „Einkaufstreff“ vier verkaufsoffene Samstage im Dezember an, für die die Mitglieder Live-Musik organisieren wollen. Sie warten zudem mit Glühwein, Kaffee und Gegrilltem sowie dem Nikolaus in einer Kutsche auf. In einem Bericht ist nachzulesen, dass beim Infoabend der Durchgangsverkehr durch die Gablenberger Hauptstraße ein großes Thema war. Der HGV Vorsitzende Roland Döbele forderte den Bau eines Berger Tunnels und einer Filder auffahrt. Bezirksvorsteher Höh kündigte an, dass wie vom HGV gefordert ab Mai 1980 die Buslinie 40 bis Buchwald fahren werde. Die zweite Ausgabe des Blattes porträtiert mit der Filiale der Deutschen Bank ein HGV-Mitglied (das durch Losentscheid ausgewählt wurde) und wartet mit einer Kinderecke, einem Gutsle- Backwettbewerb für Kinder, mit Preisausschreiben, Gedichten und Geschichten auf.

Januar 1980: Die verkaufsoffenen Samstage mit ihrem Rahmenprogramm hätten „einen Hauch von Weihnachtsmarkt“ in den Stadtteil gebracht, heißt es in der Januar- Ausgabe des Einkaufstreffs. Man strebe an, einen solchen tatsächlich im Dezember zu organisieren. Der Bergertunnel solle nur zweispurig gebaut werden, mit vollständigem Anschluss an die B312 und B10, wird vermeldet. Das weckt Befürchtungen von vermehrtem Schleichverkehr in Gablenberg.

Februar 1980: Kinderecke, Firmenporträt, Gablenberger Geschichten, Sportergebnisse und Berichte über Jugendaktivitäten etablieren sich als feste Rubriken im Heft. Zu einem Cartoon ohne Worte können sich die Leser originelle Texte ausdenken und damit Einkaufsgutscheine gewinnen.

März 1980: Bei der Fasnet der SKG wird die Miss Gablenberg gewählt. Der HGV plant ein Fest, das im September im Hof der Gablenberger Schule stattfinden soll. Die Buslinie 40 bis Buch wald ist aufgeschoben, die SSB will zunächst die Straße ausbauen. Der Vorschlag des HGV, eine privat betriebene Minibus-Linie mit Flüssiggas antrieb einzusetzen, findet kein Gehör.

April 1980: Ein Namenswettbewerb für die gemütliche Hocketse im September mit Rahmenprogramm wird ausgerufen.

Mai 1980: Ein Maibaum wird aufgestellt, begleitet von einem Umzug des Liederkranzes Gablenberg und der Trachtengruppe. Die Stadt verwaltung stellt auf Anregung des HGV 32 Blumentöpfe in Gablenberg auf, HGV-Mitglieder sichern zu, sie zu pflegen. Außerdem sind die Bürger zum Blumenschmuck- Wett bewerb aufgerufen. Bei Sanitär Kickelhayn stellen ein Künstler und eine Künstlerin aus.

Juni 1980: Für den Namen des HGV-Fests im September sind 172 Einsendungen eingegangen: Es wird „Fleckenbaatsch“ heißen, ein Vorschlag, der vielfach genannt wurde. Im Vorfeld der Gemeinderatswahlen lädt der HGV zu eine Podiumsdiskussion mit Fraktionsvertretern ein.

Juli 1980: Im August möchte der HGV Gablenberg erstmals einen Flohmarkt organisieren. Bei der Podiumsdiskussion zur GR-Wahl waren der Verkehr und die Buslinie 40 dominante Themen.

August 1980: Der erste Flohmarkt am Samstag, 2. August im Bereich der Gablenberger Hauptstraße wird angekündigt, der laufende Meter Standfläche kostet eine DM. Die Leser werden aufgefordert, am Urlaubsort ein Foto mit dem „Einkaufstreff“ zu machen und einzuschicken.

September 1980: Der Fleckenbaatsch am Samstag, 6. September mit einem Umzug wird angekündigt. Beim Gablenberger Flohmarkt im August hatte es 33 Grad im Schatten, ein Musikerpaar aus Schottland spielte auf. Der HGV fordert ein Lkw- Nachtfahrverbot für die Albert-Schäffle-Straße. Der „Ein kaufs treff“ hat jetzt regelmäßig 16 Seiten.

Oktober 1980: Die Anzeigenmenge in diesem Heft ist beeindruckend. Berichtet wird vom Fleckenbaatsch mit Spielstraße, Live-Musik, Umzug und mehr. Beim Fassanstich haben sich mehr als 1000 Gäste im Zelt auf dem Schulhof eingefunden.

Der „Einkaufstreff“ ist jetzt ein Jahr alt. Wir werden auch in künftigen Ausgaben von „Ihr Stadtteil aktuell“ immer wieder im Archiv stöbern.