Diese Baustelle zieht sich in die Länge, sowohl zeitlich als auch, was ihre Ausdehnung angeht. Seit Monaten kann die Gablenberger Hauptstraße im Bereich von Ka-rio-Ka bis zum Wirtshaus Hasen nur einspurig befahren werden, weil der Fahrbahnbelag fehlt. Die Baustelle ruht, schon lange geht es hier augenscheinlich nicht voran. Wir haben nachgefragt, was los ist.

Der Ursprung des Problems war ein Wasserrohrbruch am 9. Juli. Er habe relativ schnell repariert werden können, sagt Hans-Jörg Groscurth, Sprecher der Netze BW. Dass bei so einem Vorfall auch der Straßenbelag unterspült werde und neu aufgebaut werden müsse, sei ebenfalls nicht ungewöhnlich. Doch hier hat das Wasser noch mehr angerichtet, nämlich an den angrenzenden Gebäuden: „Drei Häuser sind so beschädigt worden, dass sie in die Sanierung mussten“, so Groscurth. Dabei geht es nicht nur um Dreck und Schlamm im Keller, sondern um die Bausubstanz. Teils wur den Fundamente unterspült und mussten zur Stabilisierung von innen unterfangen oder abgestützt werden. Das am schwersten betroffene Gebäude wurde dafür sogar komplett geräumt, die Bewohner zogen zwangsläufig vorübergehend aus. Zum Zeitpunkt unseres Anrufs waren gerade Trockengeräte und schwere Maschinen im Einsatz: „So lange die da rein und raus müssen, macht es keinen Sinn, die Straße zu reparieren“, so der Pressesprecher – sie würde sonst gleich wieder beschädigt.

Die Kellersanierungen müssten allerdings in diesen Tagen vollzogen sein. Dann erst ist die Straße dran, mit beiden Fahrbahnen. An ihr waren zusätzlich zu den Wasserleuten auch noch die vom Strom, also von Stuttgart Netze, zugange. Das war Zufall und ist der Grund für die relativ lange aufgegrabene Strecke. Groscurth hofft, dass die Straße bis Ende Oktober wieder mit Belag versehen ist. Natürlich hoffen auch die Anlieger, ob Hausbewohner oder Geschäftsleute, auf das Baustellenende.

Nach der Lockdown-Wiederöffnung der Geschäfte sei es bei ihr gut gelaufen, berichtet Marilda Philipp vom Modeatelier Ka-Rio-Ka, die in dieser Zeit auch neue Gesichter in ihrem Atelier begrüßen konnte – viele wollten lieber nicht ins Stadtzentrum zum Einkaufen. Aber seit der Baustelle sei es wieder sehr ruhig geworden, wobei „ruhig“ angesichts der Bau arbeiten nur im übertragenen Sinn gilt.