Am liebsten hätte Bezirksvorsteherin Tatjana Strohmaier dieses Mal 45 Ehrenmünzen verliehen, denn es war ihr ein Anliegen, die Gablenberger Suppenküche samt ihren Ehrenamtlichen auszuzeichnen. Weil aber diese Auszeichnung nur für Einzelpersonen vorgesehen ist, musste man einen anderen Weg finden. Und so wurde in der Suppenküche demokratisch abgestimmt und Ariane Motzkus als Preisträgerin ausgewählt – stellvertretend für alle anderen, aber doch auch für ihr eigenes, besonderes Engagement.

Von Ende November bis Mitte Januar lud die Suppenküche wieder jeden Mittwoch mit einem heißen Eintopf und viel Herzlichkeit ins Gemeindezentrum bei der Petruskirche ein. Schon seit mehr als 20 Jahren ist sie im Winter ein Treffpunkt für Menschen, die sich über ein warmes Essen im Bauch freuen oder einfach Gesellschaft suchen. Nach dem letzten Abend der Saison feiern die Ehrenamtlichen gemeinsam einen Abschluss und ganz zu Recht auch ein bisschen sich selbst – was dieses Jahr durch die Verleihung der Ehrenmünze gekrönt wurde.

Rund 45 Ehrenamtliche haben in der Suppenküche ihre Aufgabe gefunden: ob sie planen und organisieren, einkaufen, Gemüse schnippeln, am Kochtopf stehen, Essen ausgeben, ob sie die Kleiderkammer betreuen, musizieren oder gar eine wohltuende Massage anbieten. Diakonin Silvia Grosser, die so etwas wie die hauptamtliche „Mutter“ der Einrichtung ist, dankte ihnen allen beim Abschlussabend. Ariane Motzkus ist schon seit 15 Jahren mit von der Partie, eine der „Säulen des Projektes“, wie Bezirksvorsteherin Strohmaier sagte. Sie organisiert den Service, immer mit offenen Augen und Ohren für die Helferinnen und Helfer ebenso wie für die Gäste. Andere aus dem Team sprächen ihr „schon beinahe einen siebten Sinn“ für die Probleme anderer bei, hatte die Bezirksvorsteherin erfahren. Zudem habe die Gablenbergerin zusammen mit einer anderen Ehrenamtlichen eine Päckchen-Aktion ins Leben gerufen, in deren Rahmen Proben aus Drogeriemärkten als kleine Präsente für die Suppenküche-Gäste gesammelt werden.

Ariane Motzkus selbst nahm die Lorbeeren gelassen hin. „Ich gebe hier mein Bestes wie wir alle“, sagte sie. „Die Münze ist ja für uns alle da.“ Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt unter den Ehrenamtlichen waren am Abschlussabend deutlich zu spüren. Und weil daran auch Diakonin Grosser als Hauptamtliche einen erheblichen Anteil hat, verlieh ihr Pfarrerin Katharina Roos kurzerhand die „große Profi-Münze“ am Band – ein Schokokleeblatt zum Umhängen.