Doch mehr Einflussnahme möglich

Und es gibt doch weitergehende Möglichkeiten, die Planungen für den Schmalzmarkt zu verändern. Das berichtete Martina de la Rosa vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung jüngst im Bezirksbeirat. Nachdem der Siegerentwurf aus dem städtebaulichen Wettbewerb „sehr kontrovers diskutiert worden“ sei, habe man rechtlich geprüft. Und es gebe tatsächlich „umfangreiche Möglichkeiten, Inhalte des erstplatzierten Entwurfes zu überarbeiten“. Sämtliche Anregungen, die eingegangen seien, ob aus der Bürgerbeteiligung oder aus Schreiben von Bürgern, würden nun eingebracht. Daraus solle eine neue Lösung erstellt und wiederum in der Bürgerbeteiligung besprochen werden.

Auch die Gewerbetreibenden haben in diesem Prozess nun ihre offizielle Vertretung. So wird im Rahmen des Büros Soziale Stadt Gablenberg / Gablenberg 33 eine neue Projektgruppe „Einzelhandel und Gewerbe“ installiert, die sich demnächst zum ersten Mal treffen wird.

Kommentar

Ist die Bürgerbeteiligung nur eine Farce? So kam es im Zusammenhang mit der geplanten Umgestaltung des Schmalzmarktes manchen – vor allem den Kritikern der Planung – vor. Denn im Großen und Ganzen müsse der Siegerentwurf aus dem städtebaulichen Wettbewerb umgesetzt werden, hieß es seit der Bürgerversammlung zu diesem Thema im März. Lediglich in kleineren Details könne noch modifiziert werden. Das sorgte übrigens schon damals, und nicht erst im Nachhinein, wie manche jetzt behaupten, für Kritik. Die Handels- und Gewerbevereine haben von Anfang an und immer wieder ihre Anliegen vorgetragen; das Archiv von „Ihr Stadtteil aktuell“ dokumentiert dies.

Die Forderungen stehen nach wie vor: Die Mauer als Schutz für die Nutzer des Platzes soll bleiben, der Bachlauf, nicht nur bei Kindern sehr beliebt, soll ebenfalls bleiben. Auch der Brunnen soll möglichst bleiben. Abgesehen da von halten die im Handels- und Gewerbeverein Organisierten den Schmalzmarkt für einen funktionierenden Platz und finden, dass es viele Ecken in Gablenberg gibt, an denen weitaus dringender etwas verändert werden sollte. Das gilt durchaus auch für das Umfeld des Schmalzmarktes, wie das Buswartehäuschen gegenüber. Hier ist Geld sinnvoll angelegt. Der Platz selbst erfüllt aber voll und ganz seinen Zweck, wie sich auch jüngst beim Drehorgeltreffen wieder gezeigt hat. Und er ist so, wie er jetzt aussieht, individuell und einzigartig – im Gegensatz zu vielen neuen Plätzen, die als austauschbare Pflaster wüsten erscheinen.