Jubiläum bei den Olgaschwestern

Das Diakonissenmutterhaus der Olgaschwestern feiert sein 125-jähriges Bestehen und nimmt dieses Jubiläum zum An lass für „verschiedene, ganz unterschiedliche Begegnungen in der Tradition unseres Hauses“, so Stefan Loos, der diakonische Vorstand. So findet am Donnerstag, 22. November ab 18 Uhr im Mutterhaus der Olgaschwestern, Hackstraße 60, ein Vortrag mit der Volkskundlerin und Professorin Christel Köhle-Hezinger statt: „Fromme Frauen. Die Olgaschwestern, die Patronin, die Zeitge schichte.“ Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.

Untypische Geschichte

Das Mutterhaus der Olgaschwestern hat seinen Ursprung in der Rotkreuz be wegung, die in der Frühzeit des Deutschen Kaiserreiches in Heilbronn entstand. Nach eini gen Jahrzehnten dort machte man mit der Neugründung des „Vereins für Krankenpflegerinnen“ in Stuttgart einen Neustart. Ein Jahr später wurde das Karl-Olga-Krankenhaus erbaut, das kontinuierlich wuchs. Wichtiger jedoch dürfte das Wachstum der Schwesternschaft gewesen sein: Bis in die 1930er wuchs ihre Zahl auf weit über 350. Anders als andere Mutterhäuser konzentrierte man sich auf die Kranken pflege und bemühte sich zugleich um eine hohe Qua lität in der Ausbildung. So setzte man 1909 direkt die staatliche Anerkennung der Krankenpflegeschule durch.

Im Krieg wurden Teile des Mutterhauses und des Krankenhauses zerstört, danach konnte die Arbeit fortgesetzt und erweitert werden. Während sich der Einsatz im Krankenhaus gut entwickelte, geriet die Gemeinschaft der Diakonissen in eine Krise. Auch in Stuttgart blieben, wie in den anderen Häusern, die Neueintritte aus. Da man zugleich vor großen Herausforderungen in der Erweiterung und Renovierung des Krankenhauses stand, entschloss man sich 1985 zu einem weit über Stuttgart hinaus beachteten Schritt: Die Mehrheit der Anteile am eigenen Krankenhaus wurden an die SANA Gruppe verkauft, weil man sich auf die eigene Arbeit im Mutterhaus konzentrieren wollte.

Das Diakonissenmutterhaus der Olgaschwestern stellt sich in der heutigen Zeit vielfältigen Aufgaben. Über 100 Wohnungen, davon 80 für Betreutes Wohnen und fünf Gästezimmern in der Übergangspflege sind für die mittlerweile 52 Mitarbeitenden in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung eine Herausforderung. Drei Diakonissen leben noch im Haus. Täglich finden Andachten und Gottesdienste statt.