Sonja Faber-Schrecklein Foto: pm

Samstagabend um 18.15 Uhr:

Der SWR ist ja ohnehin im Osten zu Hause. Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein von der Landesschau hatte dennoch die größte Freude dabei, den Stadtbezirk zu entdecken. Im Dezember war sie mit ihrem Team zwischen Gas kessel, Stöckach, Teckplatz und Gaisburg unterwegs. Die einzelnen Episoden der Dreharbeiten werden derzeit in SWR-Fernsehen ausgestrahlt. „Der Osten hat mir so gut gefallen, diese Vielfalt ist irre“, sagt Sonja Faber-Schrecklein begeistert. Auch die Menschen, die sie im Zug der Dreh arbeiten traf, fand sie wunderbar unkompliziert, freundlich und überhaupt nicht abgehoben. „Das war so nett, das hat so viel Spaß gemacht“, sagt die Moderatorin, die schon seit 1991 für die Landesschau arbeitet. Zu ihren Stationen in Stuttgart-Ost gehörte zum Beispiel der Ostendplatz, oder der Teckplatz, wo sie sich in den Geschäften umgesehen und mit den Anwohnern unterhalten hat.

Sie ist der Geschichte von Eduard Pfeiffer und der Sied lung Ostheim nachgegangen und schnupperte Tangoluft. Auf der Suche nach der wahren Geschichte des Gaisburger Marsch‘ unter all den Legen den, die sich um seine Ent stehung ranken, hat sie mit Historiker Ulrich Gohl von MUSE-O das ehemalige Gasthaus „Bäckerschmide“ besucht. Dort soll der Eintopf angeblich erfunden worden sein, was keineswegs bewiesen ist. Da die Bäckerschmide heute kein Gasthaus mehr ist, wurde im „Schlachthof“ gegessen. Auch privat bekam die Moderatorin eine Kostprobe: Kosmetikerin Christa Galautz lud Faber-Schrecklein zu sich nach Hause ein, wo die beiden gemeinsam den traditionellen Eintopf zubereitet haben. Ein Besuch bei Gastwirt „Schorsch“ Chatzitheodoru in der Friedenau stand ebenfalls im Dreh-Programm. Und den Gaskessel konnte die Moderatorin sowohl von innen bestaunen als auch von seinem Dach aus in die Umgebung schauen. „Ich fand das echt irre“, sagt sie. Von oben sehe man „im Prin zip die Geschichte der Stadt“: Von den Fabrikantenvillen auf der Höhe über die Siedlungen bis hin zu den einfachen Arbeiterhäuschen blättere sich die ganze Bandbreite des Ostens auf.

Eine weitere Episode hat Faber-Schrecklein mit ihrem früheren Kollegen Michael Branik gedreht. Das sei eine echte Herzenssache gewesen, erzählt sie: Branik war vier Jahrzehnte lang Moderator beim SWR, bevor er im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging. Kurz davor hatte er einen Schlaganfall, inzwischen geht es ihm aber wieder besser. Und nachdem er seit über 30 Jahren im Osten wohnt, gehörte er für Faber-Schrecklein unbedingt zu diesem Dreh dazu. Sie hat mit ihm seine Lieblingsorte auf seinem ureigenen Terrain besucht.