Lange Ost Nacht Ende Juli

Die Lange Ost Nacht ist immer wieder ein Fest für die Sinne. Alle paar Meter neue Gerüche, neue Klänge, neue Eindrücke. Hip-Hop-Beats wer den von russischem Folk- Pop abgelöst, dann von Schlagerklängen. Auf den Duft von Zimt-Crêpes folgen Grillwürste und eine indische Gewürzmischung. Das Angebot deckte eine gewaltige Bandbreite ab und die Stadtteilbewohner und andere Besucher feierten auch dieses Mal, am 20. Juli, wieder bis zu später Stunde bei viel Musik, Programm und bester kulinarischer Versorgung.

An vielen Ständen konnten Erwachsene und Kinder sich sportlich beweisen oder mit Gruppierungen und Parteien diskutieren. So fanden sich zum Beispiel vor dem Büro des Stadtteilmanagements in der Gablenberger Hauptstraße immer wieder Interessierte zusammen, um über die Pläne zur Umgestaltung von Kreuzungen in der Berg- und Klingenstraße zu sprechen. Den ganzen Abend lang blieb die Lange Ost Nacht friedlich und harmonisch, wozu auch der Ordnungsdienst, die Polizei und das Deutsche Rote Kreuz beitrugen, die über ihre eigentliche Aufgabe hinaus aktiv waren. So konnten sich strahlende Kinder auf einem Polizeimotorrad am Stand der Ordnungshüter fotografieren lassen, und das DRK versorgte nicht nur medizinische Notfälle, sondern erlaubte auch Einblicke in seine Tätigkeit und seine Ausrüstung.

Die tragende Säule der Langen Ost Nacht ist und bleiben Ehrenamtliche. Sebastiano Barresi, der als Vorstandsmitglied von MUSE-O und dem Handels- und Gewerbeverein Stuttgart-Ost die Hauptverantwortung für die LON trägt, und Maike Fischer, die bei der Stadt ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) machte und ihn unterstützte, waren an diesem Tag überall gleichzeitig gefragt: Pausenlos klingelten ihre Handys. Aber auch in den Monaten davor waren sie praktisch täglich mit der LON beschäftigt.

Da waren Künstler fürs Kulturprogramm anzuschreiben, Bewerbungen zu sichten, ein Programm zusammenzustellen und Zeitpläne abzustimmen. Auch bei den Straßenständen mussten Mix und Standorte passen, außerdem hieß es Genehmigungen vom Alkoholausschank bis hin zu Straßensperrungen zu beantragen. Auch beim Bezirksbeirat klopfen die Verantwortlichen jedes Jahr neu an, denn ohne Defizit ist so ein Event trotz allem ehrenamtlichen Engagement nicht zu schaffen und das Gremium entscheidet immer wieder neu über einen Zuschuss.

Das Programmheft und die neue LON-Tasche wurden ebenfalls auf den Weg gebracht. Beide sollten einen Bei trag zur Finanzierung der Party leisten, was auch gelungen ist – wobei die Bilanz deutlich besser aussehen könnte, wenn mehr Festbesucher bereit wären, ihren kleinen Beitrag zu leisten. Auch viele andere haben zum Fest beigetragen, allen voran die Musikbands und andere Kulturtreibende, die auftraten, und alle, die einen Stand betrieben. Sie machen dem Stadtbezirk damit ein großes Geschenk.