Am Ende der Bezirksbeiratssitzung unter dem TOP „Verschiedenes“ war zu erfahren: Nach den Herbstferien soll auch auf der zweiten Seite der Wagenburgstraße, abwärts fahrend rechts, eine Busspur eingerichtet werden. Bei Bezirksbeirat und HGV-Vorsitzen dem Thomas Rudolph – und nicht nur bei ihm – sorgte das für Empörung, zum einen wegen der Parkplätze, die verlorengehen, zum anderen wegen der Vorgehensweise.

Denn die Busspur auf der linken Seite, die vor einem Jahr angelegt wurde, ist nach wie vor in einer Prüfphase, wie Martin Thronberens von der Pressestelle der Stadt bestätigt. Ursprünglich hatte man dafür drei Monate angesetzt, allerdings seien die Verkehrsverhältnisse während Corona nicht mit den sonst üblichen zu vergleichen. Deshalb habe der Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik im Juni beschlossen, den Prüfzeitraum bis in den Herbst zu verlängern. Anschließend muss ausgewertet werden.

Beobachtet wird unter anderem die Entwicklung bei den Parkplätzen. Dass der Parkdruck in diesem Bereich hoch ist, bestätigt die Stadt: Das sei vor Einführung des Parkraummanagements so gewesen und gelte weiterhin, vor allem nachts. Durch die Busspur und damit das absolute Halteverbot linksseitig sind 35 Parkplätze weggefallen. Sicherheitsprobleme hat die Stadt auf grund der Spur keine festgestellt, die Fahrzeiten der Busse hätten sich stabilisiert und die SSB sei für die Beibehaltung des Fahrstreifens.

Die zweite Busspur wird nun weitere Parkplätze kosten und aus der Sicht des HGV-Vorsitzenden wenig bringen. Aus dem Wagenburgtunnel kommend, fährt der Bus zunächst auf der Fahrbahn, schwenkt dann auf die Busspur ein, die an der Einmündung der Schwarenbergstraße beginnt – um schon wenig später an der ausgebauten Halte stelle an der Wunnensteinstraße zwangsläufig wieder auf die Fahrbahn zu wechseln. Danach wieder ein Stück Busspur, und wieder Einschwenken auf die Fahrbahn, um in die Ostendstraße einzubiegen. In den Spurwechseln sieht Rudolph auch Gefahrenpotenzial für die Radfahrer, die auf der Busspur fahren dürfen.

Dass die Planer jetzt auf ein künftiges Parkhaus unterm Schulhof der Gablenberger Hauptstraße verweisen, ist für ihn „ein Schildbürgerstreich“: Denn dazu gibt es bislang nicht mehr als eine Machbarkeitsstudie; die Umsetzung ist also ungewiss und auf jeden Fall in weiter Ferne.

Die Anwohner sind nach seinem Kenntnisstand bis zu unserem Redaktionsschluss nicht informiert worden. Sie müssen im Zuge des Parkraummanagements eine Jahres gebühr bezahlen, um ihr Auto überhaupt abstellen zu können – und dürften künftig noch größere Probleme haben, einen Platz dafür zu finden. „Das ist bürgerfeindlich“, sagt Rudolph. Er ist auch der Meinung, dass die Fahrbahnbreite für eine Bus- und eine Fahrspur gar nicht ausreicht. Tatsächlich seien die Spurbreiten „zwar verträglich, aber nicht optimal“, so Thronberens.

Angeordnet hat die Busspur übrigens das Regierungspräsidium im Zuge des Luftreinhalteplans. Der Gemeinderat habe dagegen gestimmt, so Rudolph.