In der Schwarenbergstraße, bergauf fahrend rechts, soll von der Wagenburg- bis zur Aspergstraße ein Radfahrstreifen angelegt werden. Der Bezirksbeirat sprach sich ganz knapp, mit neun zu acht Stimmen, dafür aus.

Pro- und Contra-Argumente ähneln sich bei jedem neuen Radfahrstreifen: Auf der einen Seite stehen Sicherheit und Komfort der Radfahrer und der Wunsch, den Radverkehrsanteil auszubauen. Auf der anderen Seite fallen dadurch regelmäßig dringend benötigte Parkplätze weg – und in diesem Fall wird zudem ein Handwerksbetrieb beeinträchtigt, der hier ansässig ist.

Das neue Radwegstück soll eine Lücke auf der Hauptradroute vom Fernsehturm bis zu den Mineralbädern schließen. Beschlossen ist ein Radfahrstreifen mit durchgezogener Linie. Das bedeutet, dass Kraftfahrzeuge nicht am Straßenrand halten dürfen. Für den Malerbetrieb Buchner mit seinen 25 Mitarbeitern ein Riesenproblem. „Wir haben da unseren Werkstatteingang, wo wir morgens und abends be- und entladen“, sagt Geschäftsführer Günter Buchner. „Wir müssen da halten, weil wir unsere Maschinen und Geräte da drin haben.“ Auf dem Gehweg zu halten ist ebenfalls verboten, eine weitere Möglichkeit gibt es nicht. Wie das in Zukunft gehen soll, ist Buchner ein Rätsel, zumal er bislang „überhaupt keine Informationen“ bekommen hat.

Im Bezirksbeirat waren vor allem die wegfallenden Parkplätze Diskussionsthema. Da sowohl Radfahrstreifen als auch verbleibende Fahrbahn eine bestimmte Breite brauchen, fallen auf der gegenüberliegenden Seite Parkplätze weg: 14 Stück sind es in diesem Fall, darunter auch welche am Gablenberger Friedhof. Einige Bezirksbeiräte erinnerten an den hohen Parkdruck in dem Gebiet und an das Versprechen der Stadt, wo es möglich ist, Quartiersgaragen zu bauen – doch auf die warte man bisher vergeblich. Das Stadtplanungsamt hat also noch ein paar Aufgabe zu lösen. Beschlossen ist die Maßnahme aber, da in diesem Fall das Votum des Bezirksbeirats genügt. Für den Radfahrstreifen stimmten die Grünen sowie die Fraktion Linke-Sös-Piraten-Tierschutzpartei und Puls. Dagegen haben CDU, SPD, Freie Wähler, FDP und AfD gestimmt.