Meissner Porzelanmanufaktur

Der Wert des Goldes steigt und steigt seit Monaten in ungeahnte Höhen. „So hoch war der Goldpreis noch gar nie“, sagt Michael Harnisch, der schon eine Weile im Geschäft ist. „Im Moment ist das die beste Geldanlage, die es gibt.“ Deshalb antwortet er auch auf die Frage nach einem Tipp: „Es ist gerade beides gut. Gold zu verkaufen oder auch Gold zu kaufen.“

Wer verkauft, bekommt gutes Geld – derzeit wird die Feinunze Gold zwischen 1500 und 1700 Euro gehandelt. Harnisch nimmt im Sammler Eck in der Gablenberger Hauptstraße Gold an, „in jeder Menge und jeder Form“. Bei ihm und anderen Kleinanbietern bekämen die Kunden mehr als wenn sie an die Bank verkaufen, betont er – zwar sei die Preisdifferenz nicht sehr groß, aber sie bestehe.

Und wer Gold einkaufen möchte, muss bei den Kleinen etwas weniger berappen als bei der Bank. Das zu tun, sei trotz der hohen Einstiegspreise derzeit kein Fehler, ist Harnisch überzeugt. Manche Prognosen sagen einen weiteren Preisanstieg voran, aber selbst wenn die Kurve irgendwann wieder falle, dann bestimmt nicht allzu tief.

Schließlich hätten alle Länder ihre Reserven in Gold angelegt und kein Interesse daran, dass es an Wert verliere. „Das ist die einzig wirklich sichere Währung“, so der Fachmann. Wer eine größere Goldmenge kaufen möchte, zum Beispiel eine 30-Gramm-Münze, wird sich zurzeit aber schwertun, dieser Markt ist leergefegt. Im Bereich bis 15 Gramm werde man aber durchaus noch fündig, sagt Harnisch.

„Weißes Gold“ als Alternative „Weißes Gold von Sachsen“ nennt die Staatlich Porzellan- Manufaktur Meissen ihre Produkte. Dafür gibt es Gründe: „Es gibt wenig bekanntere Porzellanwerke wie Meissner, wahrscheinlich sogar keines“, sagt Michael Harnisch und meint damit die weltweite Bekanntheit. Figuren, Schalen, Teller und anderes von Meissner seien „immer wieder gern gesucht und gern gesammelt“. Die Firma nahm im Jahr 1710 als erste Porzellanmanufaktur Europas die Produktion auf und hat sich bis heute als weltweit führende Luxusmarke behauptet. Sie habe immer viel hochwertiges Porzellan hergestellt und dabei in allen Epochen etwas Neues geschaffen, sagt Harnisch: unter anderem das berühmte, kobaltblaue Zwiebel muster. Anfangs „Königlich-Polnisches und Kurfürstlich-Sächsisches Porzellan- Manufaktur“, später „Königlich-Sächsische Porzellanmanufaktur Meissen“, in der DDR-Zeit volkseigener Betrieb und heute „Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH“ – immer blieb sie ihrer Linie treu. Ihr Zeichen sind zwei gekreuzte Schwerter. Eine zweite Porzellanfabrik, die in Meißen bestand, war dagegen im weniger hochpreisigen und -wertigen Sektor aktiv, sie machte mehr Gebrauchskeramik.

Diese städtische Manufaktur wird als „Stadt Meißen“, „Teichert Meißen“ oder „Bürgerlich Meißen“ gehandelt.

Echtes Meissner Porzellan behalte über die Jahrhunderte seinen Wert, sagt Harnisch, manches werde sogar deutlich wertvoller, wie Stücke aus der Vorkriegszeit, weil es davon nur noch wenige gibt. Im Sammler Eck kann er immer wieder Exemplare von Meissner Porzellan anbieten, aktuell sogar eine ganze Reihe, denn er konnte bei der Auflösung einer Privatsammlung 18 Exponate aus verschiedenen Epo chen erwerben. Sie seien auch für Einsteiger etwas, sagt Harnisch, es seien durchaus Stücke für den kleineren Geldbeutel dabei.

Speziell für den Stuttgarter und Württemberger Raum hat Harnisch noch einen anderen Tipp: In Schorndorf bestand von 1904 bis 1934 die Württembergische Porzellanmanufaktur Bauer & Pfeiffer; auch ihr Geschirr und ihre Figuren sind bei Sammlern hierzulande begehrt.