Neues vom Urbänle

Wie in unserer März-Ausgabe berichtet, möchte der Schwäbische Chorverband die historische Fahne des mittlerweile aufgelösten Liederkranzes Gablenberg restaurieren, um sie in einer Ausstellung im Silcher-Museum zu zeigen. Es handelt sich um die zweite Fahne des Vereins, die wie die erste von 1841 ein R22;UrbänleR20; zeigt: Diese Figur mit Bütte auf dem Rücken, Leiter unter dem Arm, Weinkrug in der Hand und Krone auf dem Kopf ist sozusagen der Bruder von Papst Urban, der der Schutzpatron der Wengerter war, aber nach der Reformation für die Protestanten nicht mehr taugte. Sie schufen sich als weltliches Abbild das Urbänle. Ungewöhnlich ist allerdings, dass dieses auf der Fahne eines Gesangvereins auftaucht. Die Gablenberger nahmen damit Bezug auf die Bedeutung des Weinbaus in ihrem Ort.

Der Seltenheitswert des Motivs, aber auch seine besonders schöne Ausführung sind Gründe, warum die Fahne restauriert werden soll. Sie passt zudem mit ihrer Verbindung aus Gesang und Weinbau bestens in die Ausstellung, die der Schwäbische Chorverband plant. Sie wird in Verbindung mit den baden-württembergischen Literaturtagen gezeigt, die dieses Jahr in Weinstadt stattfinden und unter dem Motto R22;Wort. Wein. GesangR20; stehen.

Für seine dritte Fahne hat der Liederkranz Gablenberg übrigens ein für Sänger üblicheres Motiv gewählt: Sie zeigt eine Leier auf Laubranken, wahrscheinlich sind es Weinlaub-Ranken. Diese Fahne wurde 1891 geweiht, die zweite R11; die zur Restaurierung steht R11; laut der Festschrift bereits im Jahr 1869. Sie wäre damit älter als der Schwäbische Chorverband angenommen hat, der sie auf 1902 datierte. Eine Abbildung in der Festschrift zeigt die drei Fahnen nebeneinander, in der Mitte die noch vorhandene mit dem Urbänle.

Weiterhin werden Spenden für die Restaurierung der Fahne gesammelt. Spendenkonto: Schwäbischer Chorverband, IBAN DE70603903000390003000, BIC GENODES1LEO. Stichwort: Spende Si-Mu Gablenberger Fahne.