Eduard Pfeiffer legte den Grundstein

Ein Thema seit über 150 Jahren

Bezahlbaren Wohnraum schaffen: Dieses Schlagwort ist in der politischen Diskussion omnipräsent und steht für eine der ganz großen Herausforderungen in unserer Region. Neu ist es keineswegs und  hat schon vor mehr als 150 Jahren zur Gründung des damals lautenden „Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“ (heute Bau- und WohnungsVerein Stuttgart) geführt. Auch heute noch ist das oberste Ziel des Bau- und WohnungsVerein Stuttgart die Versorgung der Menschen aus allen Bevölkerungsschichten mit gutem und bezahlbarem Wohnraum. Auf der Agenda des in der Schwarenbergstraße ansässigen Wohnungsunternehmens stehen aber auch andere Punkte wie nachhaltiges, energiesparendes Bauen und Renovieren, Wohnen im Alter oder die Kommunikation zwischen den Bewohnern.

„Sozial denken und wirtschaftlich handeln“ – das nennt Laura Kaminsky vom Bau- und WohnungsVerein Stuttgart als Leitlinie des Wohnungsunternehmens. Bei rund 4500 bestehenden Wohnungen allein in Stuttgart ist da eine Menge zu tun. Auf den Osten, wo die Wiege des Vereins und mit der Ostheimer Siedlung das erste seiner Projekte steht, entfallen derzeit rund 2200 Wohnungen – und damit das ganze Spektrum von Sanierung über Modernisierung bis Neubau.

Projekte im Osten

Die Siedlung Ostheim entstand in den Jahren 1892 und 1893 zwischen der Lichtensteinstraße und der Achalmstraße. Der „Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“, gegründet vom Sozialreformer und Stuttgarter Ehrenbürger Eduard Pfeiffer, erstellte 45 Gebäude mit guten Wohnungen für die unteren und mittleren Einkommensschichten. Die Mieter konnten ihre Häuser sogar mit einem bis dahin in Deutschland einzigartigen Mietkaufsystem erwerben. Der Kern der Siedlung Ostheim ist in seiner Struktur heute nahezu unverändert erhalten und steht unter Denkmalschutz. Viele der Häuser hat der Bau- und WohnungsVerein Stuttgart inzwischen zurückgekauft und mit Feingefühl saniert. Ostheim ist eben ein ganz besonderes Viertel.

Zudem wurden ab 2016 eine Vielzahl an Gebäuden im Viertel Ostenau  (Abelsberg-/Lehmgrubenstraße) saniert, mit neuen Fenstern, neuem Dach und Wärmedämmung. Im Fall des Gebäudes Raitelsbergstraße 31, an dem 2017 gearbeitet wurde, stand über die energetische Sanierung hinaus auch eine umfassende Modernisierung an: Die Wohnungen bekamen neue Bäder, modernere Grundrisse und teilweise Vorsatzbalkone. Trotz Modernisierung wohnen alle Bewohner weiterhin sicher beim Bau- und WohnungsVerein Stuttgart im Stuttgarter Osten.  

Dem Bau- und WohnungsVerein Stuttgart liegt die Erhaltung des historischen Erscheinungsbilds der Siedlung Ostheim am Herzen. In den Jahren 2010 bis 2018 investierte er insgesamt rund 119 Millionen Euro in die Instandhaltung und Modernisierung des Stuttgarter Ostens, wovon ein großer Teil in die Siedlung Ostheim floss.

Zu den noch jungen Neubauten des Bau- und WohnungsVerein Stuttgart gehört ein Gebäude in der Schönbühlstraße mit einer Kindertagesstätte und zehn Wohneinheiten: Es setzt den Schlusspunkt unter die Quartiersentwicklung am Klingenbach.

Im Werden ist gerade die Klingenstraße 101-103 mit mehr als 30 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit. Solche Gewerbeeinheiten als Begegnungsstätte für die Kommunikation zwischen den Bewohnern, aber auch mit den Nachbarn im Stadtteil, hat der Bau- und WohnungsVerein Stuttgart schon mehrfach gebaut und zur Verfügung gestellt. Ein Beispiel dafür ist das Quartier Rotenbergstraße, das 2013 bezogen wurde. Hier bilden Neu- und Altbauwohnungen, eine Kindertagesstätte, eine Sozialstation und ein Wohncafé, in dem die Menschen zusammenkommen, eine Einheit.

Beispielhaft: Neuffenstraße 5 vor der Modernisierung Beispielhaft: Neuffenstraße 5 nach der Modernisierung

Individualität und Begegnung

All das war schon in der Philosophie Eduard Pfeiffers angelegt. Er wusste, dass menschliches Zusammenleben funktioniert, wenn individuelle Freiräume ebenso gegeben sind wie Möglichkeiten der Begegnung und Kommunikation. Zu empfehlen ist die umfassende und interessant gestaltete Seite zur Siedlung und ihren Menschen, die der Bau- und Wohnungsverein erstellt hat: www.die-siedlung-ostheim.de.