Jubiläumsausstellung im MUSE-O

Die Initiative Stolperstein Stuttgart-Ost besteht seit 20 Jahren. Aus diesem Anlass zeigt sie zusammen mit MUSE-O eine Jubiläumsausstellung mit dem Titel „Stein für Stein. Menschen ihren Namen wiedergeben“. Sie erinnert auch an die vielen Opfer, welche die nationalsozialistische Diktatur im Stuttgarter Osten gefordert hat, und wird am 15. März um 15 Uhr eröffnet.

Die Ausstellung ist bis 28. Juni zu sehen und gibt auf mehreren Bild-Text-Tafeln einen Überblick über die verschiedenen Opfergruppen und zeigt anhand von ausgewählten Einzelschicksalen die Brutalität, mit der das NS-Regime gegen politisch Missliebige, gegen Minderheiten, gegen Kranke vorging, kurzum: gegen alle, die nicht zur so genannten „Volksgemeinschaft“ gehören sollten. Das ganz Besondere an der Ausstellung ist, dass es der Projektgruppe gelungen ist, Exponate vor allem in Privatbesitz zu entdecken, die mit den vorgestellten Menschen in unmittelbarer Beziehung stehen: Arbeit von ermordeten Künstlerinnen etwa, aber auch Alltagsgegenstände aus dem Besitz von Verfolgten.

Die Initiative Stolperstein Stuttgart-Ost gibt es seit 1998, aktiv ist sie seit 1999. Sie baute auf der Arbeit von engagierten Mitgliedern des Kulturtreffs Stuttgart-Ost und der evangelischen Kirchen auf, die das Schicksal ehemaliger, vorwiegend jüdischer Nachbarn erforscht hatten. Die ersten Stolpersteine wurden 2003 verlegt – es war ein hindernisreicher Weg bis dorthin. Die „Stolpersteinler“ erinnern seit her durch Ausstellungen, die öffentliche Verlegung von Stolpersteinen, Lesungen, Veröffentlichungen und Führungen an das Schicksal der vertriebenen und ermordeten Nachbarn im Stadtbezirk. Heute gibt es im Stuttgarter Osten mehr als 140 Stolpersteine für NS-Opfer. Schöpfer dieser kleinen bronzenen Kunst werke ist Gunter Demnig, der die Steine in zwei Aktionen pro Jahr selbst verlegt.

Zur Ausstellung hat die Initiative ein umfangreiches Begleitprogramm zusammengestellt. So gestaltet am 19. und 20. März das Theater Lokstoff im Café MUSE-O einen „Familienabend“: Man sitzt zusammen wie in einer Familie; dabei werden die Erinnerungen an die Malerin Käthe Loewenthal, die in der Ameisenbergstraße 32 gelebt und gemalt hat, durch Geschichten, Dokumente und An denken für einen Moment wieder lebendig. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, Karten sind ausschließlich über die Homepage von Lokstoff erhältlich ( www.lokstoff.com ). Am 25. März gibt es um 14.30 Uhr einen Stolperstein-Rundgang am Stöckach. Treffpunkt und weitere Termine sind auf der Homepage www.stolpersteine-stuttgartost.de hinterlegt. Lehrkräfte und Schulklassen erhalten auf Anfrage per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kostenlose Stolpersteinführungen.