Wenn ein Briefmarkensammler sich dazu entschließt, den Abendtermin des Vereins zum Tauschen wahrzunehmen, steht er jedes Mal vor derselben Frage: Welche meiner Alben, die doppelte Briefmarken enthalten, nehme ich heute mit, um abzugebende Exemplare gegen welche einzutauschen, die mir noch fehlen?

Wenn es gut läuft, trifft er viel leicht zufällig einen Kollegen, der beispielsweise den postfrischen bundesdeutschen Wohlfahrtssatz von 1949 gegen die beiden Bach-Marken von 1950 eintauschen will, die beide mit dem gleichen Preis im Katalog stehen. Dann kann ein Deal daraus werden. Oft ist es jedoch so, dass der eine gerade Rot-Kreuz-Blocks „Französische Zone“ dabei hat und der andere Motivmarken „Komponisten alle Welt“ und beide wenig oder nichts anzubieten haben, was der andere sucht. Um hier eine Verbesserung herzustellen, führt der Württembergische Philatelistenverein Stuttgart 1882 e.V. (WPhV) nach der coronabedingten Pause den dauerhaft gültigen WPhV-Tauschplan ein, der so funktioniert:

Für jeden Monat des Jahres ist jeweils ein deutsches und ein ausländisches Sammelgebiet als Schwerpunkt festgelegt, von denen Tauschmaterial mit gebracht werden soll. Damit wird erreicht, dass jeder Tauschfreund gezielt nur noch wenig Tauschmaterial mitzubringen braucht, und nicht mehr auf Verdacht seinen ganzen Bestand in schweren Koffern anschleppt. Diese Regelung ist unkompliziert und bringt wesentliche Vorteile. Doch es besteht kein Zwang, alles Material ist willkommen. Nur nicht zu jeder Zeit. Nach wie vor kann mit Kollegen anderes individuell vereinbart werden, um zum Tausch zu kommen.

Der Tauschtreff des WPhV findet jeden zweiten Mittwoch im Monat (außer August) um 19 Uhr in den Räumen von MUSE-O, Gablenberger Hauptstraße 130, statt. Die Jugendgruppe kommt an denselben Tagen um 17.30 Uhr zusammen. Gäste sind stets willkommen. Wann es nach Corona weitergeht, war bei Redaktionsschluss allerdings noch offen.