Kultursommer in Stuttgart

Der Start war fulminant. Unter blitzblauem Himmel mit strahlender Abendsonne als natürliche Beleuchtung hatte der Kultursommer 2020 am Lukasplatz Anfang Juli Premiere. Drei sehr unterschiedliche Theater im Stuttgarter Osten hatten sich entschlossen, bis Mitte September gute Unterhaltung unter freiem Himmel zu bieten. Jedes Wochenende wird seither der idyllische Platz zwischen Lukaskirche und neuem Gemeindehaus zur Freilichtbühne mit abwechslungsreichem Programm. Julianna Herzbergs La Lune bietet Chanson-Abende, Lyrik und Theater, Michael Kunze mit dem Tredeschin unterhält Kinder und Erwachsene mit Figurentheater und Hannes Eimerts Dein Theater spielt Stücke des Ensembles.

Hannes Eimerts Idee für den Kultursommer 2020 fiel auf fruchtbaren Boden. Pfarrer Gerd Häußler von der Lukasgemeinde und der Kirchengemeinderat stimmten spontan zu. Gemeinsam mit Julianna Herzberg und Michael Kunze wurde das Miniatur-Sommerfestival konzipiert. „Wir haben es geschafft. Wir sind heute hier“, sagte ein sichtlich erleichterter Eimert zum Auftakt vor den zahlreich erschienen Zuschauern, darunter auch Bezirksvorsteherin Charlotta Eskilsson, die die Schirmherrschaft übernommen hat. Sie zeigte sich überwältigt von dem „tollen Start“ und versprach, ganz bestimmt noch einige Male zu kommen.

Finanziell unterstützt wird das Open-Air-Projekt mit 9 000 Euro vom Bezirksbeirat Ost. Zusätzliche 5 000 Euro gab es aus dem Topf des Förderprogramms „Kultursommer 2020“ des baden-württembergischen Kunstministeriums.

Zum Auftakt ließ Stefan Österle von Dein Theater „Die sieben Schwaben“ das Schwabenland vor dem drohenden Untergang retten. Treffender als mit dieser Mundart-Satire hätte man den krisengebeutelten Zeitgeist kaum treffen können. Die aktuelle Bedrohung durch das Corona-Virus ist zwar nicht fiktiv, wie bei den sieben Schwaben, sondern real, aber dennoch nicht greifbar. Die Notgemeinschaft der wehrhaften Geister mit charakteristischen Schwächen zieht gegen einen imaginären Feind los, unfähig, Realität und Wahnvorstellungen zu unterscheiden. Mit blitzschnell wechselnden Brillen gibt Stefan Österle dem Allgaier, dem Seehas, dem Gelbfüßler und allen anderen das jeweilige tölpelhafte Merk mal. Virtuos spielt er auf der Klaviatur der Dummheit. Gemeinsam sind sie so stark, dass sie das virtuelle Monster besiegen. „In der Krise werden Kräfte frei und schmieden Menschen zusammen“, so Österle. Seine Botschaft: Zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Das können Zuschauer und Schauspieler beim Kultursommer noch an diesem und am kommenden Wochenende.

Insgesamt sind alle drei Theater sehr zufrieden mit dem Publikumsandrang. Zwischen 50 und 80 Zuschauer kamen zu jeder Vorstellung vom Frauenkopf bis Berg und sogar aus vielen anderen Stuttgarter Stadtteilen sowie aus dem Umland. Hannes Eimert freute sich über das ausgezeichnete Wetter, die optimale Technik und die vielen helfenden Hände. Der Kultursommer sei eine sehr gute Kooperation zwischen Lukasgemein de, dem Kulturtreff und den Theaterbetrieben. Alle drei Theater hätten voneinander profitiert.

Das verbleibende Programm:

Freitag, 4. September, 20 Uhr:
Arabisch-persisches Konzert (La Lune)

Samstag, 5. September, 16 Uhr:
Der Froschkönig (Tredeschin)

Samstag, 5. September, 20 Uhr:
50 Jahr blondes Haar(Dein Theater)

Freitag, 11. September, 20 Uhr:
In der Kürze liegt die Würze (Dein Theater)

Samstag, 12. September, 20 Uhr:
Ein Sommernachtstraum (Tredeschin)

Sonntag, 13. September, 18 Uhr:
Zusatzaufführung mit Die sieben Schwaben (Dein Theater) und einer besonderen Inszenierung mit allen beteiligten Künstlern.

Eintritt: Kinder 7 Euro,
Abend vorstellung 15 Euro,
ermäßigt 10 Euro. Spieldauer:
etwa 60 Minuten ohne Pause.

Einlass: 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Anmeldung ist erforderlich unter 0176/8513 70 80 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Theatersommer 2020 am Lukasplatz, Landhausstraße 149. Bei Regen wird im Gemeindehaus gespielt.

Kultur Sommer 2020“ ist ein kurzfristig aufgelegtes Programm des Landes für die Kultureinrichtungen und Vereine der Breitenkultur, die in besonderer Weise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind. Gefördert werden kleinere analoge Veranstaltungen und Veranstaltungsreihen, die unter Einhaltung der bestehenden Auflagen und der rechtlichen Rahmenbedingungen umgesetzt werden können.