33 unterschiedliche Veranstaltungen gingen über die Freiluftbühne im Rahmen des Kultursommers am Lukasplatz. Von Anfang Juli bis Mitte September hieß es jedes Wochenende „Vorhang auf“ für die Vorstellungen dreier Theater aus dem Stuttgarter Osten. Julianna Herzbergs La Lune bot Chanson-Abende, Lyrik und Theater, Michael Kunze mit dem Tredeschin unterhielt Kinder und Erwachsene mit Figurentheater und Hannes Eimerts Dein Theater/Wortkino spielte Stücke aus dem Repertoire. Hannes Eimert von Dein Theater und seine Kollegen sind vollauf zufrieden: „Es wurde bombastisch angenommen“, schwärmt Eimert und spricht von einer Erfolgsgeschichte in allen Bereichen.

Es kamen viel mehr Besucher als Erwartet in die Vorstellungen an diesem malerischen Ort zwischen Lukaskirche und neuem Gemeindehaus. Pro Abend waren zwischen 70 und 90 Gäste aus dem Stadtteil, aber auch aus der gesamten Region da, sowohl bei den Kinder- als auch bei den Erwachsenenveranstaltungen. Sogar die anspruchsvollen Sachen, wie ein arabischer Lyrik- und Musikabend, fanden ihr begeistertes Publikum. Auch das gute Wetter spielte eine Rolle, es trug zum guten Gelingen dieses außergewöhnlichen Festivals bei. „Es hat kein einziges Mal geregnet“, freut sich Eimert. Zudem waren die Besucher sehr treu – manche kamen 15 Mal. „Das künstlerische Niveau des Kultursommers war sehr hoch“, so das Profi-Urteil. Die Mischung und die Vielfalt machte den Reiz aus, denn jedes Theater hat ein eigenes Profil, was für viel Abwechslung im Programm sorgte. Synergieeffekte blieben nicht aus. „Es war ein Novum, dass drei Kulturinstitutionen im Stadtteil so erfolgreich zusammenarbeiten und trotzdem jede Einrichtung ihr Profil geschärft hat“, freut sich Eimert, der auch „die schöne Kooperation der drei Theater mit der Lukasgemeinde“ beachtenswert findet.

Das Open-Air-Projekt wurde mit 9 000 Eu ro vom Bezirksbeirat-Ost und 5 000 Euro vom Förderprogramm „Kultursommer 2020“ des badenwürttembergischen Kunstministeriums unterstützt. Zu jeder Veranstaltung mussten 90 einzelne Stühle aufgestellt, die Abstände abgemessen und nach der Vorstellung wieder abgebaut werden.

Scheinwerfer mussten platziert, Kabel ausgerollt, die Theke aufgebaut, die Getränke herangeschafft werden. Da war viel Manpower gefragt. Jeder Handgriff brauchte Zeit. Die Theaterleute waren froh, zusätzlich Unterstützung von zwei jungen Männern gehabt zu haben, die über Wochen tatkräftig mithalfen, zuverlässig waren und Verantwortung übernahmen.

Die Erfolgsgeschichte zeige aber auch, so Eimert, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebe. Die große Akzeptanz der Zuschauer macht deutlich, wie wichtig Kultur ist. Von vielen Seiten wurde bereits der Wunsch geäußert, dass die drei Theater auch im kommenden Jahr wieder einen Kultursommer auf die Beine stellen.