Julianna Herzberg bekommt Zuwachs für ihr Theater La Lune. Die Kulturmanagerin und Regisseurin Boglárka Pap wird die engagierte Theatermacherin im neuen Domizil im MUSE-O unterstützen. Das Leitungs-Tandem, das sich „die Vorreiterinnen“ nennt, hat viel vor im kommenden Jahr. Transparenz ist den beiden Kulturschaffenden ein Anliegen. „Wir wollen für alle gut sichtbar sein im Stadtteil“, sagt Julianna Herzberg. Dazu gehört auch, das Publikum in die Spielplangestaltung miteinzubeziehen.

Die Eröffnung der neuen Spielstätte im alten Schulhaus in der Gablenberger Hauptstraße 130 ist am 29. und 30. Januar 2021 geplant. Je nach Situation digital oder über die zwei Tage gut verteilt. Der Spielbetrieb beginnt am 5. Februar mit Philippe Huguets Chanson-Programm „Guten Abend Monsieur Brel“. Gleich am Tag darauf darf sich das junge Publikum auf eine Premiere freuen. Boglárka Pap, bislang künstlerische Leiterin des interkulturellen Theaterensembles des Forums der Kulturen, hat ein Theatersolo für Kinder inszeniert unter dem vielversprechenden Titel „Auf die Plätze, fertig, schnarch“, das anschließend eine Woche lang für den Theaternachwuchs gespielt wird. Für die Erwachsenen stehen Publikumslieblinge wie „Emmas Glück“, „Marthe & Mathilde“ und „Ben – allein zu House!“ auf dem Februar-Programm. Am 13. Februar wird das Leitungsteam im Rahmen eines Publikum-Talks das neue Theaterkonzept vorstellen.

Wegen der Corona-Krise ist Flexibilität Plan A und Plan B des kleinen Theaters, dessen Spielstätte bis Juni in der Haußmannstraße war. Statt eines fertig gedruckten Spielplans wird das Programm für Februar und März 2021 ausschließlich auf der neu befüllten Website (www.theaterlalunestuttgart.de) stehen. Dort kann man auch online Weihnachts-Geschenkgutscheine für Vorstellungen im kommenden Jahr bestellen. „Wir schicken sie dann per Post zu“, verspricht Julianna Herzberg, die ihr Publikum mit einem „tollen Newsletter“ neugierig auf das neue La Lune machen will. Wer das Vorhaben schwarz-auf weiß lesen möchte, kann sich auch den gedruckten Flyer holen, der in einem Kästchen am MUSE-O ausliegt. Sichtbarer Beweis des etwas anderen Konzepts, das Herzberg als „Selbstversuch zur Aufhebung der Machtstrukturen am Theater“ bezeichnet, ist das Büro, das ganz transparent in die bewährte Gastronomie des Cuisin‘le integriert wird.