Julianna Herzberg strahlt mit der Sonne um die Wette. Am 17.7, um 17.07 Uhr unterzeichneten MUSE-O-Vorsitzender Peter Metzler und Dr. Wolfgang Umland, Vorsit zender des Trägervereins La Lune, den Pachtvertrag. Das Theater La Lune hat nach langem Suchen endlich eine neue Bleibe. Es zieht in die Räume des ehemaligen Café MuseO im Erdgeschoss des alten Schulhauses in der Gablenberger Hauptstraße 130. Auch Ulrich Gohl, MUSE-O-Kurator und stellvertretender Vorsitzender des Museumsvereins zeigt sich erfreut über die Kooperation. „Wir sind als Stadtbezirksmuseum im mer etwas mehr gewesen, eine Art Bürgerhaus mit Fahrrad werkstatt und Gastronomie.“ Mit Theater sei man nun ein Bürgerkulturhaus. Wobei die Gastronomie weiter Bedeutung behalte. Allerdings stehe die Kultur im Vordergrund.

Nachdem La Lune unverschuldet in die Bredouille gekommen war, die sich abzeichnete, als Julianna Herzberg mit ihrem Theater aus der Haußmannstraße ausziehen musste, habe man die gleiche Idee gehabt und sich bereits im vergangenen Jahr zu Gesprächen zusammengesetzt. Durch Corona verzögerte sich der Beschluss der beiden Trägervereine, die sich dann aber mit „überwältigender Mehrheit“ dafür entschieden, gemeinsam unter einem Dach zu wirken.

So wird es bald im alten Gablenberger Schulhaus ein regelmäßiges Theaterangebot geben, in enger Absprache mit dem MUSE-O. Man verspricht sich durchaus Synergieeffekte. Lange Zeit habe sie Bauchweh gehabt, gesteht Julianna Herzberg: „Wo soll ich Theater machen“, fragte sie sich, nachdem sie im April aus den angestammten Räumen wegen Eigenbedarf der Vermieterin ausziehen musste. Dort hatte sie sieben Jahre lang ein vielseitiges Theaterprogramm mit französischer Ausrichtung und passender kulinarischer Begleitung geboten. Eigentlich schwebte ihr etwas Größeres vor und fünf Meter hohe Räume. Sie habe sich viele Varianten angeschaut, sagt die engagierte Theaterchefin. Entweder war es zu teuer oder zu risikobehaftet oder ohne Gastronomie. Gemeinsam mit dem MUSE-O unter einem Dach sei eine sehr schöne Variante.

Künftig hat La Lune statt 36 zwischen 40 und 60 Sitzplätze, je nach Bestuhlung, und dazu noch einen idyllischen Hof, der für eine Bühne im Freien genutzt werden kann. Auch private Feiern sind in den 100 Quadratmeter großen Räumen möglich. Die Gastronomie mit internationaler Ausrichtung von Nahem Osten bis Schweden werde beibehalten und noch vielseitiger, und weiterhin mit dem Kulturcafé „Das Cuisin’le“. Bis Mitte September ist das La Lune beim Kultursommer am Lukasplatz dabei. Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird der Spielbetrieb an der neuen Theaterheimat aufgenommen.