Der Verein Deutsche Jugend aus Russland (DJR) ist auf der Suche nach Räumen, in denen Jugendlichen Werte und Normen der Gesellschaft vermittelt werden sollen, wie DJR-Geschäftsführer Ernst Strohmaier das Anliegen der Jugendorganisation beschreibt. Die Wahl der Mittel ist ebenso ungewöhnlich wie erfolgreich: 2002 holte man mit dem Integrationsprojekt „Boxen im Osten“ nicht nur auffällig gewordene Jugendliche mit Migrationshintergrund von der Straße, die DJR erhielt bundesweite Anerkennung für den ehrenamtlichen Einsatz.

Jetzt möchten Ernst Strohmaier und Mitstreiter die Präventionsarbeit noch umfassender angehen und zwar mit einem Zentrum, in dem Boxen und Ringen unterrichtet werden, aber auch Tanz, Theater und Schach. Denn auch in diesen Disziplinen können die Jugendlichen Spitzenleistungen erzielen, wenn sie entsprechen angeleitet werden.

Der Stuttgarter Osten erscheint Strohmaier dafür ideal, aber auch benachbarte Stadtteile, wie Wangen oder Bad Cannstatt kämen in Frage. Ein großer Raum und einige kleinere Workshop-Räume für die unterschiedlichen Angebote wären gut, in einem leerstehenden Fabrikgebäude etwa. Aber da ist der gemeinnützige Verein nicht festgelegt. Ein Angebot in Stuttgart-Wangen musste ausgeschlagen werden. „Die Maklergebühren waren zu hoch“, bedauert der Geschäftsführer die Absage. Horrende Mieten sind bei der DJR nicht drin, die das soziale Engagement für die Stadtgesellschaft ehren amtlich leistet.

Bei der DJR ist man jedenfalls gerüstet. „Wir können sofort loslegen“, sagt Ernst Strohmaier. Die Trainer und Übungsleiter sind da, auch ein Teil der Ausrüstung. Wie viele Jugendliche aufgenommen werden können, hängt letztlich von der Größe der Räumlichkeiten ab, die hoffentlich bald gefunden sind.