Tatjana Strohmaier verabschiedet sich

Tatjana Strohmaier verabschiedet sich

Vielleicht hat Tatjana Strohmaier gerade ihre fünf intensivsten Jahre erlebt: Die Zeit als Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Ost, in der sie quasi nebenbei auch noch zweimal Mutter wurde. Jetzt muss die Christdemokratin das Bezirksrathaus abgeben und für den Einzug in den Gemeinderat hat es auch nicht gereicht. Trotzdem wirkt sie beim Treffen im Bierg arten am Klingenbachpark sehr entspannt und zieht eine positive Bilanz. „Es ist eine wunderschöne Zeit gewesen , und super bereichernd“, sagt die 36-Jährige ohne jede Bitterkeit.

Vor zweieinhalb Jahren hätte Tatjana Strohmaier als Nachrückerin in den Gemeinderat einziehen können. Das wollte sie damals nicht, zu viele Projekte im Osten waren noch in der Schwebe. Mittler weile ist an vielen davon „ein Knopf dran“: Der Bürgertreff in der Klingenstraße ist im Werden, ebenso das Sanierungsgebiet Gaisburg oder die Sanierung der Villa Berg. „Läuft !“, kann die scheidende Bezirksvorsteherin da feststellen und für sich selbst mit dem Amt abschließen.

Trotzdem steht sie nicht vor dem Nichts. Ihre Elternzeit dauert noch bis Juni 2020, vermutlich wird sie aber schon etwas früher wieder in den Beruf in der öffentlichen Verwaltung einsteigen. Vor der Mutterschaft war sie als Juristin im Landesministerium tätig.

Das Amt der Bezirksvorsteherin als Ehrenamt sei eine Passion gewesen, sagt sie; das Schönste daran war für sie „die Fülle an Begegnungen“. Eine Fülle an Terminen gehört ebenfalls dazu, und ein stets eingeschaltetes Handy. Selbst im Kreißsaal habe sie noch E-Mails verschickt, erzählt sie und erinnert sich auch an ein Interview durch den SWR, als sie gerade auf die Geburt ihres Sohnes Maximilian warte te: Da hatte die Stadt bekanntgegeben, dass sie die Villa Berg zurückkaufen würde – für Tatjana Strohmaier war keine Frage, dass sie den Journalisten antwortete.

Alles in allem habe sie in diesen fünf Jahren „mindestens zehn Jahre gelebt“, sagt sie und meint das positiv. Eine Menge gelernt habe sie auch, für s berufliche wie private Leben. Der Fassanstich beim Brunnenfest fällt noch in ihre Amtszeit, darauf freut sie sich. Das hat ihr immer Spaß gemacht: auch mal anpacken und draufhauen dürfen.

Als zweifache Mutter, bald wieder berufstätig, wird es Tatjana Strohmaier mit Sicherheit nicht langweilig. Darüber hinaus bleibt sie aber politisch aktiv, zum Beispiel als stellvertretende Vorsitzende der Stuttgarter Frauenunion. Und auch den Osten will sie weiterhin im Rahmen des CDU-Ortsvereins gestalten.