Das Projekt „Stadt am Fluss“ interessiert und bewegt die Menschen. Mehr als 30 Personen, darunter viele junge Stuttgarterinnen und Stuttgarter, näherten sich bei einem Stadtspaziergang der SPD buchstäblich diesem Thema. „Bei ganz vielen war die Überraschung groß, über welche riesigen Flächen wir da reden“, sagt Ulrich Gohl, stellvertretender SPD-Bezirksbeirat.

Es geht um die Fläche nördlich vom Gaskessel bis zur Poststraße, zwischen Neckarhang und B10/B14 gelegen. Hier soll im Rahmen der IBA (Internationalen Bauausstellung) 27 ein neues Stadtquartier mit Wohnen und Gewerbe entstehen. Ideen und Visionen dafür gibt es zuhauf, die Umsetzung gestaltet sich aber schwierig. Die beiden Bundesstraßen sollen je nach Entwurf mal verschwenkt, mal überdeckelt oder in Tunnel gelegt werden. Der Boden auf dem Gelände ist aufgrund der vorherigen Nutzung durch das Gaisburger Kraftwerk teilweise belastet und muss an diesen Stellen ausgetauscht werden. Und schließlich gehört das Gelände zum größten Teil nicht der Stadt, die die Planungshoheit hat, sondern dem Energiekonzern EnBW: Beide Parteien müssten sich für einen gemeinsamen Weg an den Tisch setzen. Zudem muss zunächst ein Bebauungsplan für das Areal erstellt werden.

Mehrere Voruntersuchungen und Machbarkeitsstudien fürs Zukunftsquartier wurden bereits durchgeführt, zuletzt hat die Studie WECHSEL (Weiterentwicklung der bestehenden Stuttgarter Energieinfrastruktur und resultierende Chancen für die Nachhaltige Stadtentwicklung) sich damit beschäftigt. An ihr waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung ebenso beteiligt wie ein Team der Universität Stuttgart. Die Spaziergangs-Gruppe hat eine große Runde gedreht, vom Gaskessel übers Kraftwerksgelände bis hin zum Wasserwerk und zum Aki Raitelsberg. Von der Berger Kirche aus hat man das Ganze von oben betrachtet. Gohls

Fazit: „Wissen tun wir viel, es passiert zu wenig“.