Großes Treffen der Leierkästen in Gablenberg

Wenn es am kommenden Samstag heißt „Gablenberg dreht durch“, ist das keine Hiobsbotschaft, sondern eine gute Nachricht: Mehr als 30 Leierkastenmänner und -frauen hat Organisator Gerhard Lewert dafür gewonnen, ab 11 Uhr in der Gablenberger Haupt straße aufzuspielen. Es ist das erste Mal, dass ein solches Drehorgeltreffen in Stuttgart stattfindet. Veranstalter ist MUSE-O, wo passend dazu kürzlich eine Ausstellung über mechanische Musikinstrumen te eröffnet wurde. Wer sich noch nie mit Drehorgeln befasst hat, wird am Samstag beeindruckt sein von der klanglichen, optischen und technischen Vielfalt der Musikautomaten. Zu sehen und hören sein wird auch eine Jahrmarktorgel, die oben im Buswartehäuschen beim Alten Schulhaus „parkt“ – sie ist in einen alten Feuerwehrtransporter eingebaut. Als weitere Besonderheit ist ein Ariston dabei, das eine ganz spezielle Mechanik aufweist: Wie auf einem Plattenspieler dreht sich eine Scheibe, deren Noppen auf den Orgelpfeifen Töne erzeugen. „Das ist etwas ganz Ausgefallenes“, so Lewert.

Die Teilnehmer am Drehorgel treffen reisen aus den verschiedensten Ecken Deutschlands an. Mit dabei sind Mitglieder des Mecklenburger Drehorgelorchesters, dem auch Gerhard Lewert angehört und mit dem er regelmäßig an der Ostsee auftritt. Sie dürften die am weitesten Gereisten sein, aber auch ein Ehepaar aus Bad Waldsee oder ein Orgelbauer aus Bad Wimpfen kommen nach Stuttgart. Alle Musikanten werden in Grüppchen à drei bis vier Personen auf acht Standorte in der Gablenberger Hauptstraße ver teilt, vom Schmalzmarkt bis zum Bereich vor Metzler Schönes Wohnen und Aldi. In diesen Gruppen werden reihum die verschiedenen Instrumente erklingen. „Wir haben aber auch drei Ehepaare, die auf Lochband-Drehorgeln synchron spielen können“, verrät der Organisator – dafür müssten sich beide sehr gut aufeinander einstellen.

Gemeinsamer Rundgang ab 11 Uhr

Lewert wird am Samstag ab 11 Uhr, beginnend am Schmalzmarkt, die einzelnen Standorte ansteuern und das Publikum durchs Mikrofon über Personen und Instrumente informieren. Großes Finale des Spektakels ist um 16 Uhr. Dann sammeln sich alle Beteiligten auf dem Schmalzmarkt, werden nacheinander vorgestellt und spielen jeweils noch ein Lied.

Kirchenkonzert als Höhepunkt

Zum krönenden Abschluss steht ab 18 Uhr ein Konzert in der Petruskirche auf dem Programm: Eine Drehorgel und die Kirchenorgel spielen unter anderem gemeinsam das Halleluja von Händel.