Der Mauersegler hat sich in Städten und Dörfern als ein echter Kulturfolger angesiedelt, wo er unter den Dächern von Altbauten, wie im Alten Schulhaus Gablenberg, aber auch in anderen Gebäudenischen geeignete Wohnstuben findet. Mauerseglerexperte Rolf Kayser vom MUSE-O rechnet dieses Jahr wieder mit mindestens sechs Brutpaaren in den Nistboxen im Alten Schulhaus. In die Boxen in seinem Haus sind vier Paare eingezogen und in den Kästen bei Peter Metzler haben ebenfalls bereits sieben Vogeleltern- Paare ein Zuhause gefunden.

Rolf Kayser hat die Brutstätten der Mauersegler im Alten Schulhaus vor Ein treffen der Zugvögel ab Ende April wieder picobello auf Vordermann gebracht und sie von Parasiten befreit – trotz erschwerter Bedingungen. Der Strom war ausgefallen. Vogelliebhaber müssen jedoch keine Sorge haben, die Elektrizität ist wieder hergestellt, die Piep-Show kann Mitte Juni, ge nauer am Mittwoch, 17. Juni um 19 Uhr, beginnen. Bis Ende Juli haben Besucher jeden Mittwoch Gelegenheit, den gefiederten Nachwuchs im „Mauersegler-Kino“ zu beobachten. In einigen Nistboxen sind Minikameras installiert, die das muntere Treiben in der Kinderstube unterm Dach des Alten Schulhauses per Beamer live auf eine Leinwand übertragen. Diese Einblicke sollen auch dieses Jahr für Interessierte möglich sein, wobei allerdings Hy giene- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden müssen und deshalb der Zugang möglicherweise beschränkt ist.

Mancher wird dabei auf „alte Bekannte“ treffen, wenn Kayser von Box zu Box schaltet. Laut dem Experten sind die Mauersegler standorttreue „Dauermieter“. Sie belegen immer die gleichen Nistkästen zum Brüten, manchmal fünf bis sechs Jahre hintereinander. Ab Mitte Mai kommen die Nachzügler, die nicht brüten. Sie reservieren ihre Box und ziehen dann im nächsten Jahr ein, berichtet Kayser, der im Anschluss an das wöchentliche Bird-Watching einen Film über das Leben der Könige der Lüfte zeigt.

Seine enge Bindung an den menschlichen Lebensraum erweist sich manchem Mauersegler heute als verhängnisvoll. Bei Dach- und Fassadenrestaurierungen werden zunehmend Nistplätze verschlossen. So wird der Mauersegler langsam aus den Siedlungen verdrängt. Dabei ist es mit einfachen Mitteln möglich, sowohl die menschlichen Bedürfnisse als auch die des Mauerseglers zu erfüllen, teilt der Nabu mit. Es gibt eine Vielzahl an Niststeinen oder -kästen, die bei Fassadenrenovierungen, Dacharbeiten oder beim Neubau in die Häuser integriert werden können.

In diesem Sinn haben Andrea und Uwe Elsaßer vorbildlich gehandelt. Sie warten jedes Jahr ungeduldig auf die Rückkehr der Mauersegler. Seit nun mehr 40 Jahren wohnen sie in ihrem Haus in Gablenberg und jedes Jahr nisten zwei bis drei Mauerseglerpärchen unter dem Dach. Nun wurde das Haus saniert. Da die Nistmöglichkeiten immer rarer werden, hat sich das Ehepaar bewusst für den Erhalt der alten Nistplätze entschieden, die Spalten unterhalb der Dachrinne freigehalten und nicht wie üblich verputzt. Außerdem haben sie vier neue Nistkästen anbringen lassen. „Was für uns kaum Aufwand ist, bedeutet für die Mauersegler Überleben. Es wäre schön, wenn andere Hausbesitzer unserem Bei spiel folgen könnten“, wünscht sich Andrea Elsaßer. „Wir alle wollen weiterhin im Mai unsere „Mitbewohner“ mit dem Ruf begrüßen: Sie sind da.“