Die ersten Hundert waren pünktlich zum neuen Jahr geimpft: Am Silvestertag besuchten zwei Impf-Teams die Karl-Olga-Altenpflege in der Fuchseckstraße, im Koffer 100 Dosen Impfstoff für Bewohner und Bewohnerinnen ebenso wie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im ersten Durchgang konnten allerdings nicht alle 81 Senioren, die im Haus wohnen, eine Spritze empfangen. Zunächst waren nur diejenigen dran, die selbst rechtlich „einwilligungsfähig“ sind. Sie nahmen alle das Angebot an. Bei den restlichen rund 25 Bewohnern war das Prozedere etwas aufwendiger: Zuerst mussten ihre Betreuer oder Bevollmäch tig ten einwilligen, dass ihre Daten weitergebeben werden, dann fanden Beratungs gespräche statt und schließlich gaben die Stell vertreter die Einwilligung oder auch nicht. Diese zweite Bewohner-Gruppe bekam dann einen eigenen Sammeltermin für ihre Erstimpfung. Die jeweils vierköpfigen Teams bringen den Impfstoff aufgetaut mit, bei Raumtempe ratur könne er rund sechs Stunden gelagert werden und in Kühlboxen noch etwas länger, erklärt Markus Bartl, Fachbereichsleiter Altenhilfe der Bruderhausdiakonie und Hausleiter der Karl-Olga-Altenpflege. Zum Team gehöre immer ein Arzt, eine Person für die Dokumentation sowie zwei weitere zum Mischen des konzentrierten Impfstoffs mit Kochsalzlösung und für weitere Tätigkeiten: So wurden die Bewohner die ersten 30 Minuten nach der Impfung genau beobachtet. Dabei und auch in den Folgewochen seien keinerlei Probleme oder Beschwerden aufgetreten, sagt Bartl.

Auch dem Personal war freigestellt, sich direkt im Haus impfen zu lassen. Bei einer ersten Befragung hätten etwas mehr als 50 Prozent der Beschäftigten die Absicht geäußert, das zu tun, berichtet der Hausleiter. Tatsächlich wahrgenommen hätten die Chance dann sogar einige mehr. Unter ihnen war zum Beispiel Marina Blazevic, die in der Karl-Olga-Altenpflege die Ausbildung zur Alten pflegerin gemacht hat und seit einigen Monaten als Fachkraft im Haus tätig ist: Sie wolle dazu beitragen, dass das Virus endlich gestoppt wird, erklärte sie ihre Motivation. Auch Hausleiter Markus Bartl selbst ist bereits geimpft. Was die Ver fügbarkeit von Impfstoffen angehe, sei Stutt gart „ziemlich gut dran“, stellt Bartl fest. Bis zum Erscheinen unseres Blattes werden die an Silvester Erst geimpften in der Karl- Olga-Altenpflege ihre zweite Spritze erhalten haben.