Lehrer, Mitarbeiter von Kitas, Polizisten, Busfahrer, Supermarktkassiererinnen, alle Berufsgruppen, die täglich Kontakt mit vielen Menschen haben, sollen sich regelmäßig testen lassen. Systematisches Testen ist laut Robert-Koch- Institut ein essentieller Teil einer umfassenden Pandemie- Bekämpfungs-Strategie. Denn nur wenn Menschen schnell und zuverlässig auf das Coronavirus getestet werden, ist es möglich, Infektionen zu erkennen und asymptomatische Personen zu isolieren. Nur so können weitere Ansteckungen verhindert werden. Dies ist vor allem für die Zeit nach dem Lockdown wichtig, wenn es wieder mehr Kontakte gibt.

„Ich befürworte alle sinnvollen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie“ erklärt Katharina Roos, Pfarrerin der Petrus-Gemeinde in Gablenberg. Die Räume im Gemeindezentrum können momentan nicht genutzt werden. Daher hat der Kirchengemeinderat einstimmig beschlossen, die Einrichtung eines Antigen- Testzentrums durch die Linden Apotheke in den Räumlichkeiten des Kontaktcafés in der Gablenberger Hauptstraße 92 zu unterstützen.

Seit kurz vor Weihnachten dürfen Apotheker sogenannte Antigen-Schnelltests durchführen. Die Testprozedur, die deutlich schwieriger ist als ein Schwangerschaftstest, dauert ungefähr 20 Minuten. Nach dem Nasenabstrich wird das im Tupfer befindliche Sekret aufbereitet und mit einer Flüssigkeit vermischt, dann auf ein Testfeld aufgetragen. Bei dem Testverfahren werden Proteine der Virushülle nachgewiesen. Das Ergebnis wird nach 15 Minuten abgelesen: zeigt der Teststreifen nur einen Kontrollstrich an, dann ist der Test negativ – bei zwei Strichen ist er positiv.

„Der Tupfer muss mit viel Feingefühl durch das Nasenloch tief in den Nasen- Rachenraum eingeführt werden, es tut nicht weh, ist aber unangenehm. Wenn bei der Testperson eine Träne über die Wange läuft, dann war man weit genug drin“ sagt Apothekerin Henriette Feist von der Linden Apotheke. Denn nur am Nasopharynx kann aussagekräftiges Material gewonnen werden. Das ist auch der Grund, warum Antigentests nicht für jedermann angeboten werden. Sie sind nur für die Anwendung durch geschultes medizinisches Fach personal zugelassen.

Es kursieren zahlreiche Empfehlungen zu Corona-Tests und genauso viele Fragen: Ist ein Antigentest überhaupt sinnvoll? Ist er sicher? Und wann ist der richtige Zeitpunkt für einen solchen Test? Antigentests sind kostengünstig, liefern schnell Ergebnisse und können aufgrund ihrer einfachen Handhabung außerhalb von Laboren, zum Beispiel in Pflegeheimen, Arztpraxen, Apotheken und Unternehmen durchgeführt werden. Allerdings benötigen Antigentests eine hohe Virusmenge, um eine getestete Person als positiv zu erkennen. Dies ist rund zwei Tage vor bis zwei Tage nach Symptombeginn der Fall, dann ist auch die Ansteckungsgefahr am größten. Die Schnelltests haben jedoch einen Nachteil, sie sind nicht so zuverlässig wie PCR-Tests. Ein positives Antigentest- Ergebnis sollte deshalb immer durch einen zuverlässigeren PCR-Test bestätigt werden. Ein negatives Ergebnis stellt nur eine Momentaufnahme dar, es kann schon nach einem Tag, bei einem erneuten Test positiv sein.

Wenn Sie Fragen zu Corona-Tests haben wenden Sie sich an Ihren Arzt oder an Ihre Apotheke, hier bekommen Sie kompetenten Rat. Ob Sie einen Test absolvieren oder nicht, wie auch immer das Ergebnis ausfallen mag, begrenzen Sie weiterhin ihre Kontakte, halten Sie sich an die Hygiene-Regeln, achten Sie auf genügend Abstand, tragen Sie eine medizinische Maske und lassen Sie sich impfen!

Termine für einen Antigen- Schnelltest können seit Mitte Februar online über die Internetseite der Linden Apotheke (https://linden-apotheke-stuttgart.de) gebucht werden. Sie finden am späten Nachmittag sowie samstagvormittags statt. Ein Test kostet 35 Euro.

Dorothee Seils, Apothekerin Linden Apotheke Libanonstraße 101