Corona sorgt für mehr Häuslichkeit. Ob Frei- oder Arbeitszeit, die Menschen sind nun viel mehr daheim. Trotzdem ist es sinnvoll und wichtig, bei der Pflege und Betreuung die passende Unterstützung zu suchen. Wir stellen einige im Stuttgarter Osten beheimatete Dienste vor.

Diakoniestation Stuttgart, Standort Mitte-Ost

Eine Ansteckung kann man zwar nie zu 100 Prozent ausschließen. Aber bei der häuslichen Pflege braucht man wirklich keine Angst davor zu haben, das betont Pflegedienstleiter Marco Weinmann vom Standort Mitte-Ost der Diakoniestation Stuttgart. „Unserer Mitarbeiter werden regelmäßig getestet und tragen Schutzkleidung“, sagt er. Zudem seien mittlerweile viele geimpft, wodurch das Übertragungsrisiko weiter sinkt. Auch Covid-19-Patienten werden von der Diakoniestation versorgt, aber immer am Schluss einer Tour, sodass keine anderen Kunden mehr folgen. Die Schutzausrüstung ist in diesen Fällen ausgeweitet.

Weinmann ermuntert pflegebedürftige Personen und ihre Angehörigen, auch jetzt Pflege- und Betreuungsleistungen in Anspruch zu nehmen – das entlastet die Familien und bringt den Senioren Abwechslung. Über die Betreuungs- und Entlastungsleistungen können bis zu 125 Euro im Monat zusätzlich zur Pflege abgerechnet werden: zum Spazierengehen, gemeinsam spielen oder singen, vorlesen oder einkaufen. Auch Haushaltsdienstleistungen sind möglich, allerdings als ergänzendes Element: „Bei uns steht die Pflege im Vordergrund“, betont Weinmann.

Krankenwohnung Gablenberg

Die Krankenwohnung in der Gablenberger Hauptstraße feiert ihr 35-jähriges Bestehen. Die Einrichtung, die von der Diakoniestation Stuttgart getragen wird, ist wahrscheinlich einzigartig: Sie bietet für die Verhinderungspflege oder Übergangszeiten einen sehr persönlichen Rahmen und ganz individuelle Lösungen an. Dort dürfen die Bewohner auf Zeit ihre Gewohnheiten beibehalten und müssen sich in keinen Zeitplan einfügen. Dank der Unterstützung der Stiftung Krankenwohnung, die in Trägerschaft der evangelischen Petrusgemeinde ist, können verschiedene Zusatzleistungen angeboten werden. Derzeit ist die Nachfrage etwas geringer als sonst, weil in der Corona-Zeit die Menschen nicht verreisen und die pflegenden Angehörigen folglich stets präsent sind. Doch gerade jetzt steht die Krakkenwohnung trotzdem zur Entlastung zur Verfügung. Besuche von Angehörigen sind mit negativem Corona-Test ganz normal möglich; testen lassen kann man sich vor Ort. Der Aufenthalt in der Wohnung kann von einem Wochen ende bis hin zu mehreren Wochen dauern. Häufig werde er genutzt, um nach einem Krankenhausaufenthalt zu klären, ob die Betroffenen weiterhin in den eigenen vier Wänden zurechtkommen oder eine andere Lösung gefunden werden muss, erklärt Pflegedienstleiterin Susanne Hermann: „Da schauen wir dann, welches Potenzial noch da ist und wie man es mobilisieren kann.“ Im Gespräch mit den Angehörigen überlege man gemeinsam, wie es weitergehen kann.

Anna Haag mobil

Anna Haag Mobil – Pflege und Service rund um die Familie legt Wert darauf, nah an den Menschen zu sein. Deshalb begrenzt der ambulante Dienst sein Angebot lokal auf Stuttgart-Ost und Stuttgart-Bad Cannstatt. Das garantierte kurze Wege statt langer Fahrten, denn, so das Credo des Dienstes, „wir möchten die Zeit nicht auf der Straße, sondern mit den Menschen verbringen“. Das Serviceangebot umfasst unterschiedliche Dienstleistungen für Menschen mit Hilfe bedarf – Seniorinnen und Senioren, aber auch jüngere Menschen, die Unterstützung benötigen. Das Spektrum reicht von der häuslichen Pflege, die Anna Haag Mobil als ambulanter Pflegedienst übernimmt, über Hilfen im Haushalt, Nachbarschaftshilfe, betreutes Wohnen an mehreren Standorten bis hin zum Wohncafé Ostheim, in dem sich Menschen aller Altersstufen begegnen. Das konkrete Angebot wird ganz auf die Bedürfnisse und Wünschen der einzelnen Kunden abgestimmt. So konnte Anna- Haag-Mobil zum Beispiel auch für die Kunden Impftermine vereinbaren und sie dorthin begleiten.

SENIOpartner: Umfassende Unterstützung zu Hause

Legal, lokal, fachkundig: Diese drei Eigenschaften sind Susanne Milchraum besonders wichtig, wenn sie ihr Unternehmen SENIOpartner – 24-Stunden-Betreuung vorstellt. Die examinierte Krankenschwester mit 35 Jahren Berufserfahrung vermittelt Betreuungskräfte aus Osteuropa in Haushalte mit pflegebedürftigen Menschen.

Die sogenannte 24-Stunden- Pflege ist neben den Pflegeheimen und den ambulanten Pflegediensten die dritte Säule zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen. In diesem Fall lebt eine Betreuerin mit der zu pflegenden Person unter einem Dach, hilft bei alltäglichen Tätigkeiten, bei der Körperpflege, der Wäsche, dem Einkaufen und Putzen, kocht, begleitet sie zum Arzt und mehr. Nachts hat sie Rufbereitschaft. Auch der Tagesablauf einschließlich der Pausen wird genau abgesprochen. So gelinge es, deutsche Arbeitszeitvorgaben einzuhalten, sagt Susanne Milchraum, und den gesetzlichen Mindestlohn zu bezahlen. Die Kunden kostet das rund 2500 Euro im Monat.

Versichert sind die Frauen über ihre eigene Agentur im Ausland, die sie nach dem europäischen Dienstleistungs-Entsendegesetz nach Deutschland entsendet. Milchraum ist die Vermittlerin; sie arbeitet vor allem mit Frauen aus Litauen, die sie als einfühlsam und angenehm zurückhaltend beschreibt. So gut wie alle hätten mindestens Sprachniveau B1, was in der Branche alles andere als selbstverständlich ist – aber aus ihrer Sicht enorm wichtig. Die Krankenschwester sieht es als großen Vorteil, dass sie als Fach kraft selbst Pflegeerfahrung hat. Und dass sie als lokale Anbieterin jederzeit ansprechbar ist, um zu vermitteln und Situationen zu klären. Sie schaut regelmäßig an den Einsatzstellen vorbei und erkundigt sich, wie Betreuerin und pflegebedürftige Person zurechtkommen und hat auch ein Ohr für die Angehörigen.